Presseinformation
Presseinformation Nr. 076 vom 03. Juni 2008
Hermann-Holthusen-Preis für jungen Strahlentherapeuten der Universitätsmedizin Göttingen
Der mit 5.000 Euro dotierte renommierte Preis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie geht dieses Jahr an Priv. Doz. Dr. Hans Christiansen

tiansen Foto: umg
(umg) Den renommiertesten Wissenschaftspreis der deutschsprachigen Strahlentherapie erhielt Priv. Doz. Dr. Hans Christiansen, Oberarzt in der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Göttingen. Der mit 5.000 Euro dotierte Hermann-Holthusen-Preis wird jährlich einem jungen Radiologen für exzellente wissenschaftliche Arbeiten verliehen, die national und international große Anerkennung erfahren haben.
Priv. Doz. Dr. Hans Christiansen wurde für seine experimentellen Arbeiten zur Wirkung ionisierender Strahlung auf Lebergewebe ausgezeichnet. Christiansen konnte in Zusammenarbeit mit der Abteilung Gastroenterologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Giuliano Ramadori) erstmals zeigen, dass die Ursache hierfür spezifische Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zellsystemen der Leber sind. Sie werden durch spezifische Botenstoffe (Cyto- und Chemokine) vermittelt. Diese Interaktionen sind für den Leberstoffwechsel wichtig und können durch bestimmte Substanzen beeinflusst werden. Diese Erkenntnis eröffnet neue Möglichkeiten der therapeutischen Beeinflussung.
Teile dieser Forschungsarbeiten waren bereits 2007 in der international renommierten Zeitschrift Radiology (242 (1): 189-97, 2007) veröffentlicht worden Sie wurden dort im Rahmen eines Editorials besonders auf ihre klinische Anwendbarkeit gewürdigt. Bei seinen weiteren Forschungsaktivitäten konnte Priv. Doz. Dr. Christiansen inzwischen zeigen, dass auch bei der Behandlung leberferner Tumore die individuelle Reaktion der Leber von großer Bedeutung sein dürfte. Da der Stoffwechsel vieler Medikamente in der Leber stattfindet, könnte dies etwa bei der kombinierten Radiochemotherapie (z.B. bei Darmtumoren) oder der Radio-Hormontherapie des Prostatakarzinoms wichtig sein.
Prof. Dr. Dr. Clemens F. Hess, Direktor der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie würdigt die Auszeichnung des jungen Wissenschaftlers: "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie zeigt, dass wir in der Lage sind, jungen Wissenschaftlern exzellente Rahmenbedingungen für ihre Forschungen zu bieten. Der Preis bestätigt die hohe Expertise, die wir in unserer Abteilung in der Forschung und der klinischen Anwendung erworben haben."
Der Hermann Holthusen Preis erinnert an das Lebenswerk von Professor Dr. Dr. h.c. Hermann Holthusen (1886 bis 1971), der von 1921 bis 1957 als Ordinarius für Röntgenologie am Strahleninstitut des Allgemeinen Krankenhauses St. Georg in Hamburg und auf dem Lehrstuhl für Röntgenologie der Universität Hamburg tätig war. Holthusens wissenschaftliche Leistung bestand darin, die Dosierung der Röntgenbestrahlung so zu bemessen, dass Bestrahlungsschäden bei der Strahlentherapie, zum Beispiel in der Krebsbekämpfung, weitgehend vermieden wurden.
Der Preis würdigt jüngere Wissenschaftler (Höchstalter 40 Jahre), die auf dem Gebiet der Radioonkologie arbeiten, und wird für eine umfassende und exzellente wissenschaftliche Arbeit verliehen, die bislang nicht ausgezeichnet wurde. Er ist mit 5000 EURO dotiert.
WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Direktor der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie
Prof. Dr. Dr. Clemens F. Hess, Telefon 0551 / 39-6182
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Mail: cfhess@med.uni-goettingen.de
Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie
Priv. Doz. Dr. Hans Christiansen, Telefon 0551-396191
Mail: hans.christiansen@medizin.uni-goettingen.de
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