Presseinformation

Presseinformation Nr. 052 vom 21. März 2011

Von A wie “Auditive Verabeitungs- und Wahrnehmungsstörung” bis Z wie “Zappelphilipp”

77. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde (DGSS) zum Thema „Stimme – Sprache – Kognition: von A(uditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) bis Z(appelphilipp)“, 24. bis 26. März 2011 in Göttingen.


(umg) Wie sieht der ideale Musikraum aus, damit auch Kinder mit Hörstörungen eine Chance im Musikunterricht haben? Warum schneiden Kinder im asiatischen Raum besser in Mathematik und anderen naturwissenschaftlichen Fächern ab? Sind Heiserkeit oder das "zarte Kinderstimmchen" eine Krankheit? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde (DGSS). Sie findet von Donnerstag, den 24. März 2011 bis Samstag, den 26. März 2011 in Göttingen statt. Unter dem Motto "Stimme – Sprache – Kognition: von A(uditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) bis Z(appelphilipp)" treffen sich rund 200 Experten aus ganz Deutschland. Tagungspräsidentin ist Prof. Dr. Dipl.-Psych. Christiane Kiese-Himmel, Bereich Phoniatrisch/Pädaudiologische Psychologie an der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Göttingen. Sie organisiert das diesjährige Treffen.

Der Kongress beschäftigt sich mit vielen Aspekten von Entwicklungs- und Verhaltensstö-rungen bei Kindern im Vorschul- und Schulalter. Neue Erkenntnisse über deren Ursachen sowie die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten stehen dabei im Fokus. Die Diskus-sion über diese Themen wird fächerübergreifend geführt. Experten aus den Sprech- und Sprachwissenschaften, Musikwissenschaften, der Logopädie und Pädagogik sind ebenso vertreten wie aus der Medizin und Psychologie.

"Stimme – Sprache – Kognition: von A(uditive Verarbeitungs- und Wahr-nehmungsstörung) bis Z(appelphilipp)"
77. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde e.V.
Donnerstag, 24. März 2011, bis Samstag, 26. März 2011
Ehemalige PH-Aula am Waldweg, Waldweg 26, 37073 Göttingen

Zum Auftakt der Jahrestagung stehen am Donnerstag, 24. März 2011, 6 Workshops zu speziellen Fragen aus der alltäglichen Praxis von Lehrern und Logopäden sowie für die Behandlung von Kindern und Erwachsenen auf dem Programm. Angeboten werden Workshops zu Themen wie "Mit Musik gegen ADHS", "Lärm in Klassenräumen: Was bietet uns die Technik als Lösung?" oder "Stimmhygiene bei beruflicher Stimmbelastung".

AUSGEWÄHLTE VORTRÄGE
Freitag, 25. März 2011, ab 09:50 Uhr: Themenblock "Hören – Wahrnehmen – Erkennen"
Besonders Kinder mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung (AVWS) haben häufig mit ungünstiger Klassenraumakustik zu kämpfen. Prof. Dr. Ing. Gerhard Müller vom Lehrstuhl für Baumechnanik an der TU München spricht über die ideale raumakustische Auslegung von Musikräumen – und wie sie die Hörwahrnehmung beeinflussen können. Der Bauingenieur hat viele bekannte Konzert- und Vortragssäle konstruiert.

Freitag, 25. März 2011, ab 14:00 Uhr: Themenblock  "Begabung – Lernen – Kultur"
Nach landläufiger Meinung gehört die Republik Korea zu den Gewinnern, Deutschland aber zu den Verlierern bei globalen Schulvergleichstests. Asiaten gelten gar insgesamt als begabter für Mathematik und Naturwissenschaften. Über "PISA-Gewinner und PISA-Verlierer: Begabung, Lernen und Kultur im Osten und im Westen" spricht Prof. Dr. Siegfried Hoppe-Graff, Professor für Pädagogische Psychologie an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Er untersucht kritisch und kulturvergleichend, welche Faktoren für den Schulerfolg koreanischer Kinder wesentlich sind, und stellt einen eigenen Erklärungsansatz für das Phänomen vor.

Samstag, 26. März 2011, ab 09:00 Uhr: Themenblock "Stimme – Emotion – Dysfunktion"
In seinem Vortrag „Heiserkeit – Krankheitszeichen oder Ausdrucksmittel?“ spricht Prof. Dr. Wolfram Seidner, emeritierter Leiter der Fachabteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie an der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Charité, Berlin, über die Auswirkungen einer „Verwilderung“ im Stimm- und Sprachgebrauch. Der Mediziner plädiert dafür, Heiserkeit als Anzeichen für eine Erkrankung ernst zu nehmen. Durch alltägliche Hörgewohnheiten, die raue Stimme des Rock-musikers oder die schnarrende Sprache des TV-Moderators, entstehen falsche Vorbilder. Über „zarte Kinderstimmchen und Schreihälse“ und mögliche Ursachen durch hyperaktives und impulsives Verhalten referiert Prof. Dr. Eberhard Seifert, ärztlicher Leiter der Abteilung Phoniatrie der Hals-Nasen-Ohrenklinik im Inselspital Bern.

Samstag, 26. März 2011, ab 14:00 Uhr: Themenblock "Sprache – Symbol – Intervention"
Probleme von Schulkindern wie ADHS (Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung), LRS (Lern-Rechtschreib-Schwäche) und die Folgen ungehemmten Medienkonsums stehen im Mittelpunkt der Vorträge. Themen sind der aktuelle Stand zu ADHS, Lese- und Rechtschreibstörungen in Hinblick auf visuelle Wahrnehmung und Sprachwahrnehmung sowie die Frage "Sind "zu viel" Fernsehen/Video und Computerspiele schädlich für eine gute Sprach- und Kommunikationskompetenz?" Prof. Dr. Ute Ritterfeld, Logopädin und Psychologin, Leiterin des Lehrstuhls Rehabilitation und Pädagogik bei Sprach-, Kommunikations- und Hörstörungen an der TU Dortmund, zeigt Wege auf, wie man Medien auch unterstützend nutzen kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde (DGSS) versteht sich als internationale Dachorganisation aller deutschsprachigen Gesellschaften und Verbände, die sich mit Sprache, Sprechen und Stimme wissenschaftlich, diagnostisch und therapeutisch beschäftigen.

WEITERE INFORMATIONEN:
Zum Kongress-Programm: www.dgss-ev.org
oder bei der Tagungspräsidentin

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Christiane Kiese-Himmel
Universitätsmedizin Göttingen
Abt. Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Bereich Phoniatrisch-Pädaudiologische Psychologie
Waldweg 37, 37073 Göttingen
Telefon 0551 / 39-22844 o. 39-8192
E-Mail: ckiese@med.uni-goettingen.de

 

 



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