Presseinformation
Presseinformation Nr. 092 vom 24. Juni 2010
Georgij hat lebensrettende Herz-OP gut überstanden
Der 3-jährige Georgij aus Kazachstan wurde erfolgreich am Herz operiert. Schwierige Operation war lebensrettend. Weitere Spenden notwendig.



(umg) Georgij Bogdanov wurde am 20. November 2006 in Pavlodar in Kazachstan geboren. Der Dreijährige leidet an einer seltenen Kombination verschiedener komplexer Herzfehler. Am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen konnte Georgij jetzt zum dritten Mal operiert werden, nachdem andere Kliniken den Eingriff als zu riskant abgelehnt hatten. Die dritte und lebensrettende Operation war erfolgreich, Georgji hat die Herz-OP gut überstanden, seine Prognose ist gut. Aber der Verlauf nach der Operation war äußerst kompliziert.
Die Mittel für die erste Herz-Operation im Dezember 2007 brachte die Familie aus eigener Kraft auf, die zweite OP wurde von der Universitätsmedizin Göttingen finanziert. Die dritte lebensrettende Operation wurde durch eine breit angelegte Spendenaktion mit einem Betrag von über 34.000 Euro möglich. Für die Finanzierung der langen und kostenintensiven Nachbetreuungszeit werden jetzt allerdings dringend weitere Finanzmittel in Höhe von 35.000 Euro benötigt. Die Mutter war in der Zeit der Operationen im Elternhaus am Universitätsklinikum Göttingen untergebracht. Georgij Bogdanov und seine Mutter werden voraussichtlich Mitte Juli wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Vor allem eine Vielzahl von Spenderinnen und Spendern haben die dritte Herzoperation möglich gemacht, darunter Großspender wie die Aktion "Hörer helfen" von Radio ffn mit 10.000 Euro, "BILD hilft e.V." mit 7.000 Euro, das Deutsche KinderZentrum für herz- und krebskranke Kinder e. V. in Münster und die Bereitschaft privater Spender wie Erika Zivkovic, die Mutter eines kleinen Patienten aus dem Kinderherzzentrum Göttingen. Dazu gab es viele Spender kleinerer Beträge, die zum Teil mit persönlichen Glückwünschen auf ihren Überweisungsformularen dem Jungen Georgij die Daumen für eine erfolgreiche Operation gedrückt hatten.
Prof. Dr. Wolfgang Brück, stellvertretender Vorstand Krankenversorgung der UMG, bedankte sich für die große Spendenbereitschaft und die Unterstützung der Medien im Vorfeld der Operation. Brück unterstrich die Leistung der Mediziner des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen um Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, und Operateur Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Schwerpunktprofessur Kinderherzchirurgie in der Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.
Bei dem Pressegespräch sagte Professor Paul: "Die Anomalie des ‚Einkammerherzens' bei Georgij zählt zu den kompliziertesten Herzfehlern, die es gibt." Eines der großen Probleme war der Bluteinfluss in die Lunge, den es operativ abzustellen galt, um die "Blausucht" bei Georgij zu beseitigen. Professor Ruschewski benötigte für die dritte Operation zwölf Stunden. "Die Operation verlief gut, auch der postoperative Verlauf war zunächst günstig", so Ruschewski. Eine lebensgefährliche Verschlechterung des Zustands von Georgij trat ein, als eine Thrombosegefahr durch eine ausgedehnte Bildung von Blutgerinnseln in der Lunge auftrat. Dazu kam Organversagen von Niere und Lunge. Alles in allem musste Georgij eine lange, fast zweimonatige intensivmedizinische Betreuung auf sich nehmen.
SPENDENKONTO
Um die hohen Kosten von 35.000 Euro für die medizinische Nachsorge abzudecken, werden dringend weitere Spenden benötigt. Gespendet werden kann unter
Stichwort "Herzkind Georgij"
Kontonummer: 14 20
Bankleitzahl: 260 500 01, Sparkasse Göttingen
GEORGIJS KRANKHEITSBILD
Bei dem Krankheitsbild von Georgij handelt es sich um ein so genanntes "Einkammerherz" (ein kompletter Atrioventrikularkanaldefekt bei einem funktionell singulären Ventrikel). Zudem bestand eine Pulmonalklappenatresie. Dadurch bedingt kam es zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff ("Blausucht").
In einer ersten umfangreichen Operation war bei Georgij eine so genannte Unifokalisation der Lungenschlagader durchgeführt worden, zusätzlich war eine totale Lungenvenenfehleinmündung korrigiert worden. Nach dem ersten erfolgreichen Eingriff im Dezember 2007 war dann im Mai 2008 eine weitere Operation erfolgt. Im Rahmen dieses Eingriffs war der Blutstrom von der oberen Körperhälfte direkt in die Lungenschlagader umgeleitet worden.
Bei der dritten und lebensrettenden Operation führte Prof. Ruschewski eine Trennung der Kreisläufe durch. Nach der modifizierten Fontan-Operation fließt nun das Blut aus der oberen und unteren Körperhälfte direkt in die Lungenschlagader.
WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Päd. III mit Schwerpunkt Kinderheilkunde und Intensivmedizin
Direktor: Prof. Dr. Thomas Paul, Telefon 0551 / 39-6203
tpaul@gwdg.de
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie - Schwerpunktprofessur Kinderherzchirurgie
Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Telefon 0551 / 39-6004
wrusch@med.uni-goettingen.de
© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de
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