Presseinformation
Presseinformation Nr. 058 vom 06. Mai 2010
Hochmodernes Reinraumlabor für keimfreie Nuklearmedizin
Keimfrei forschen und hochsensible Medikamente gegen den Krebs herstellen. Nuklearmedizin der Universitätsmedizin nimmt hochmodernes, niedersachsenweit einzigartiges nuklearmedizinisches Reinraumlabor in Betrieb. Finanzierung aus Erbschaftsmitteln.
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Direktor Abteilung Nuklearme-
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Göttingen. Foto: umg/Ronald
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der „Hot Box“ im Reinraumlabor
Foto: umg/Ronald Schmidt
(umg) In der Abteilung Nuklearmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) steht das erste nuklearmedizinische Reinraumlabor Niedersachsens. Das Labor geht nach einer Bauzeit von zwei Jahren in Betrieb. Der Bau des Labors kostete etwa 300.000 Euro. In dem Labor können die Göttinger Nuklearmediziner in einer nahezu keimfreien Umgebung forschen.
Prof. Dr. Johannes Meller, Direktor der Abteilung Nuklearmedizin, und sein Team nutzen das neue Reinraumlabor für ihre Forschungsarbeit und für die Patientenversorgung. Ziel der Forschung ist die Verbesserung der Diagnostik und Therapie bei Darmkrebspatienten. Die umfangreiche Ausstattung des Labors macht es möglich, radioaktive Arzneimittel herzustellen. Diese können künftig bei der Behandlung von Krebspatienten an der UMG eingesetzt werden. "Wir forschen an Arzneimitteln, mit denen wir Krebszellen zerstören können, die bei einer Operation nicht entfernt werden konnten. Mit Hilfe dieser Medikamente steigen die Überlebenschancen, zum Beispiel bei Darmkrebspatienten", sagt Professor Meller. Die Abteilung Nuklearmedizin arbeitet eng mit dem Universi-tätskrebszentrum Göttingen (G-CCC) und der Klinischen Forschergruppe 179 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zusammen.
Die "Hot Box" ist sechs Tonnen schwer und kostet 90.000 Euro. In ihr können die Mediziner mit einer vollautomatischen Syntheseapparatur, Arzneimittel unter sterilen Bedingungen herstellen. Die aus Blei gefertigte "Hot Box" schützt die Forscher vor Strahlenbelastung.
Die Produktion von Arzneimitteln und der Umgang mit radioaktivem Material unterliegen strengsten rechtlichen Vorgaben. Daher waren zahlreiche zusätzliche Baumaßnahmen notwendig. Vor dem Reinraumlabor dienen Räume als Schleusen. Sie stehen abwechselnd unter Über- und Unterdruck und verhindern damit, dass Keime eindringen und Radioaktivität entweicht. Außerdem wurde ein spezielles Lüftungssystem installiert, um die entweichende Luft zu filtern.
Nachlass zu Gunsten der Krebsforschung
Die Universitätsmedizin Göttingen ist bei der Finanzierung des 300.000 Euro teuren Labors neue Wege gegangen. Neben den Fördergeldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden über die Universitätsförderung Bereich Universitätsmedizin 215.000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Mittel stammen aus dem Nachlass von Marie Piller aus Südniedersachsen. Damit wurde dem ausdrücklichen Wunsch von Frau Piller entsprochen, ihren Nachlass zu Gunsten der Krebsforschung an der Universitätsmedizin Göttingen zu verwenden.
"Es ist gut zu wissen, dass es Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft gibt, die uneigennützig und direkt wichtige Projekte der medizinischen Forschung unterstützen. So freut es uns, dass wir Erbschaftsgelder für die hochmoderne Tumorforschung einsetzen können", sagt Prof. Dr. Cornelius Frömmel, Sprecher der Vorstandes der UMG und Dekan der medizinischen Fakultät. "Ist es doch ein beeindruckendes Beispiel für die Möglichkeit, mit Erbschaften, Vermächtnissen oder Nachlässen gerade in der medizinischen Forschung oder auch der universitären Krankenversorgung Nachhaltigkeit herzustellen und Gutes zu tun."
WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Nuklearmedizin
Prof. Dr. Johannes Meller, Telefon 0551 / 39-8511
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Mail: ogerke@med.uni-goettingen.de
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