Presseinformation
Presseinformation Nr. 085 vom 05. Juni 2009
Erfolgreiche Wiederbelebung einer Puppe: "Das war anstrengend!"
"Erste-Hilfe-Tag" einer 6. Schulklasse aus Heiligenstadt. Besuch in der Rettungsmedizin der Universitätsmedizin Göttingen


(umg) "Erste Hilfe" - damit kommen die meisten Menschen erst in Kontakt, wenn sie den Führerschein machen. Die Klasse 6d der Lorenz-Kellner-Schule aus Heiligenstadt (Landkreis Eichsfeld) hat sich schon jetzt mit dem Thema befasst. Ihr "Erste-Hilfe-Tag" führte die 16 Schülerinnen und Schüler zur Universitätsmedizin Göttingen. Bei ihrem Besuch bei den Notfallmedizinern am Universitätsklinikum sollten die zuvor im Schulunterricht erlernten Kenntnisse in Erster Hilfe auch in der Praxis geübt werden. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Universitätsklinikums mit dem Schwerpunkt ‚Rettungsmedizin': Rettungshubschrauber, Feuerwache und Notaufnahme.
Im Mittelpunkt stand der Besuch des Lehr- und Simulationszentrums des Zentrums Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI) der Universitätsmedizin Göttingen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler wirklichkeitsnah an Patienten-Simulationspuppen trainieren und die Basismaßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung üben. Die Sofortmaßnahmen sollen einen minimalen Kreislauf im Körper durch Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung aufrechterhalten. Auch versuchten sich die Schülerinnen und Schüler an Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED). AEDs sind durch ihre Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet.
Justin (12 Jahre) war nach der Herzdruckmassage geschafft: "War das anstrengend!", sagte er nach der erfolgreichen Wiederbelebung. Zusammen mit Tamara (12) konnte er die Simulationspuppe wieder zum Leben erwecken. "Wenn ich eine bewusstlose Person finde, würde ich mich das jetzt auch trauen", sagt Tamara.
Am Schuljahresbeginn hatte Klassenlehrerin Beate Stitz die Idee, mit den Kindern als Exkursion einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Die Leiter des Lehr- und Simulationszentrums an der Universitätsmedizin Göttingen, Priv. Doz. Dr. Arnd Timmermann und Dr. Christoph Eich, haben die Idee sofort befürwortet und unterstützt.
Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen
Das Universitätsklinikum Göttingen ist gut geeignet, Kindern die Angst vor einem Krankenhaus zu nehmen. Wann startet der Rettungshubschrauber? Wo kommt ein Rettungswagen an? Was passiert in der Notaufnahme? Auf alle diese Fragen über den Ablauf einer Rettungskette antworteten die notärztlichen Experten.
"Das Besondere an dieser Exkursion ist, dass schon Kinder Erste Hilfe leisten können und nach entsprechender Einweisung sogar mit einem AED umgehen können", sagt Anita Konradi, Mitarbeiterin im Simulationszentrum. "Ausgebildete Ersthelfer machen ein schnelles Handeln in Notfallsituationen möglich, ohne Angst davor zu haben, etwas falsch zu machen. Wie oft sind gerade Kinder mit ihren Großeltern unterwegs, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden können?" Dann gehe es um wenige Minuten, die über Leben und Tod entscheiden, so Konradi.
"Das Angebot ist für unsere Schüler sehr sinnvoll", sagt Lehrerin Stitz. "Wir wollen nun auch mit anderen Klassen zur Göttinger Universitätsmedizin kommen." Die 6. Jahrgangsstufe sei genau das richtige Alter, um den Kindern Erste Hilfe beizubringen, so Stitz. "Die Kinder sind wissbegierig und nicht mehr so verspielt." Am Ende des Besuchs erhielt die Schulklasse stellvertretend für die gesamte Schule 17 so genannte aufblasbare Mini-Anne-Puppen von der Firma Laerdal im Wert von etwa 400 Euro. An den Puppen kann das Geübte auch in der Schule noch einmal wiederholt werden.
WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Lehr- und Simulationszentrums
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI)
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